Start im Mai 2022: Die Weimarer Schule

der Mediation am perspektiven-Institut

on 8. September 2021 Mediation with 0 comments
Start im Mai 2022: Die Weimarer Schule der Mediation am perspektiven-Institut

Neu: Dr. Petra & Ralf Dannemeyer sind zertifizierte Lehrmediatoren. Damit erweitern wir unser Seminarangebot um die Weimarer Schule der Mediation. In diesem Blogbeitrag zeigen wir, wie dieser Konfliktlösungsansatz funktioniert, wie der Betriebsrat davon profitieren kann und wie wir unsere Teilnehmenden zu systemischen Mediator*innen ausbilden. Auch für die Zeit nach dem Betriebsratsamt bietet eine Ausbildung in Mediation vielfältige neue berufliche Chancen.

Mediation ist ein Verfahren zur gemeinsamen Beilegung von Konflikten. Dabei unterstützt ein neutraler Dritter (der oder die Mediator*in) die Streitenden (Medianden) dabei, selbst zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden.

Die Mediatorin fördert die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien so, dass diese einander verstehen und gemeinsam nachhaltige Veränderungsprozesse einleiten. Dafür erlernen künftige Mediatoren eigens entwickelte Verfahrensprinzipien, Verhandlungstechniken und Interventionen, die dazu führen sollen, dass die Konfliktparteien

  • konstruktiv zusammenarbeiten.
  • Ergebnisse finden, die nicht nur ihren materiellen Interessen entsprechen, sondern auch ihre emotionalen Bedürfnisse und ihre Entwicklungschancen nach Beendigung der Auseinandersetzung umfassend berücksichtigen.
  • Über den eingeschränkten Rahmen der juristischen Betrachtung hinausschauen und nachhaltige, auch nicht-rechtliche Lösungen aushandeln, mit denen alle Beteiligten gut leben können.
  • Ihre Selbstverantwortung stärken, und deshalb die während der Mediationsverhandlungen getroffenen Vereinbarungen und Zielvorstellungen motiviert in die Tat umsetzen.

Und hier kommt der Betriebsrat ins Spiel: Betriebsräte – vor allem Vorsitzende – haben immer wieder in Konflikten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber oder mit Vorgesetzten zu vermitteln. Das Handwerkszeug der professionellen Mediation hilft auch bei Auseinandersetzungen  zwischen Angestellten. Denn wenn im Betrieb Konflikte auftreten, entwickelt sich das manchmal zu regelrechten Kleinkriegen – und kostspieligen dazu (siehe Kasten „Fakten zum Umgang mit Konflikten im Betrieb“). Zu Mediator*innen ausgebildete Betriebsratsmitglieder können in festgefahrenen Situationen helfen – dafür haben sie das nötige Handwerkszeug erlernt.

Wer als Betriebsrat besonders häufig an der Lösung von Konflikten mitwirkt und bei innerbetrieblichem Streit zu Rate gezogen wird, kann die Ausbildung zum Mediator vielleicht sogar im Rahmen des Schulungsanspruchs nach § 37 Abs. 6 BetrVG geltend machen – zumindest lohnt sich ein Gespräch mit dem Arbeitgeber darüber. Denn ein*e Mediator*in im BR kann auch für den Arbeitgeber eine wichtige Stütze sein: Sie oder er ist besonders gut darin, Konflikte zu deeskalieren. Ein*e diplomatische*r Vermittler*in im BR ist für jedes Unternehmen, für jedes Management eine gute Investition.

Zu uns kommen immer wieder BR-Mitglieder, die langjährig freigestellt waren und nun „aussteigen“ möchten. Sie suchen eine neue berufliche Perspektiven: Der Beruf des Mediators bietet viele Chancen (siehe Kasten unten).

 

Fakten zum Umgang mit
Konflikten im Betrieb

  • Fünfeinhalb Stunden der Arbeitszeit werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch Konflikte verschlungen. Das ergab eine Studie des Hernstein-Instituts in Wien.
  • In Deutschland ist es der Studie zufolge besonders schlimm: 15 % der gesamten Arbeitszeit gehen durch Konflikte verloren.
  • Konflikte wirken sich deutlich auf die Krankheitstage aus, hat die AOK ermittelt: Finden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit als nicht sinnstiftend oder fehlt die Wertschätzung der Kolleg*innen oder der Vorgesetzten, so fehlen sie im Schnitt rund 20 Tage pro Jahr krankheitsbedingt. Geht es ihnen am Arbeitsplatz gut, sind es nur neun Tage.

Diese Fakten zeigen: Ein betrieblicher Mediator kann helfen, die Kosten zu senken und das Betriebsklima zu verbessern.

Mediationsausbildung

Wir haben für Sie alle Informationen über unsere Mediationsausbildung in einem umfangreichen Ausbildungshandbuch zusammengefasst, das sie am Bildschirm lesen oder für die bequeme Lektüre auf dem Sofa ausdrucken können. Jetzt downloaden (PDF)

Details & Fakten zum
Berufsbild Mediator*in

Das Arbeitsfeld der Mediatoren wächst ständig. In der Wirtschaft, bei öffentlichen Trägern und Behörden werden mittlerweile Mediatoren eingesetzt. Großkonzerne stellen mittlerweile Mediatoren fest an, gleichsam Behörden und kirchliche Vereinigungen. Die meisten arbeiten jedoch freiberuflich, oft als Ergänzung zu ihrem Hauptberuf, z. B. als Anwalt, Coach, Trainerin, Pädagoge oder Therapeutin.

Künftige Kundinnen und Kunden von Mediatoren, die so genannten „Medianden“, sind Menschen, die in einem ihnen unlösbar erscheinenden Konflikt miteinander stehen – und diesen gern befrieden möchten. Sie möchten die Kosten und das Risiko eines Gerichtsverfahrens (Gewinner-Verlierer-Verfahren) vermeiden und sich gütlich einigen. Deshalb zählt die Mediation zu den kooperativen Konfliktlösungsmethoden, zu den Gewinner-Gewinner-Verfahren.

Zu den Anwendungsfeldern gehören zum Beispiel: Trennung und Scheidung, Ambivalenz in Paarbeziehungen, Probleme zwischen Eltern und Kindern oder im Kinder- und Jugendhilferecht, Auseinandersetzungen um ein Erbe, Täter-Opfer-Ausgleich, Schulmediation, Nachfolgeregelungen für Unternehmen und andere Themen der Wirtschaftsmediation wie Konflikte zwischen Arbeitnehmern oder zwischen Arbeitgebern und Betriebsräten, Konflikte aus Vertragsangelegenheiten, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Umweltmediation / Bürgerbeteiligung, Mediation im interkulturellen Kontext.

Kurze Mediationen dauern einige Stunden. Sie können sich auch über mehrere Tage oder Wochen hinziehen – je nach Thema, Komplexität und Einigungsbereitschaft der Beteiligten. Mediator*innen können daher in Stundensätzen, Tagessätzen oder auch nach Pauschalbeträgen, abrechnen. Die Stundensätze liegen zwischen 150 und 300 €, auch Preise bis zu 500 € kommen vor. Tageshonorare betragen zwischen 1.200 und 2.800 €. Auffällig ist, dass in der Wirtschaftsmediation die höchsten Honorar erzielt werden.

Festangestellte Mediatoren erzielen nach einer Datenerhebung von stellenanzeigen.de  Jahresgehälter zwischen 40.000 und 99.000 € im Jahr.

 

Unsere Ausbildungswege in der Weimarer Schule der Mediation

Die Ausbildung zum Mediator am perspektiven-Institut basiert auf einem wissenschaftlich fundierten Weiterbildungskonzept. Unsere Absolvent*innen können diese berufsqualifizierenden Abschlüsse erwerben:

  • Zertifizierte*r Mediator*in nach § 5 Abs. 2 des Mediationsgesetzes (Teilnahmebescheinigung) » Keine Zugangsbedingungen.
  • Mediator, DVNLP » Teilnahmevoraussetzung: NLP-Practitioner
  • Advanced-Mediator, DVNLP » Teilnahmevoraussetzung: NLP-Master
  • Mit den DVNLP-Zertifikaten erhalten unsere Absolvent*innen auch die Teilnahmebescheinigung „Zertifizierte*r Mediator*in“. Damit dürfen sie sofort als zertifizierte Mediatorin oder zertifizierter Mediator für ihre Dienstleistungen werben und Aufträge akquirieren.

Unsere Mediationsausbildungen beginnen am 12. Mai 2022.

Alle Details finden Sie hier …